Inanspruchnahme des Krankheitsfrüherkennungsprogramms für Kinder nach Migrationshintergrund (Landkreis Fulda, 2012-2015)

Definition

Das gesetzliche Krankheitsfrüherkennungsprogramm für Kinder ist ein der Entwicklungsdynamik des Kindes angepasstes mehrteiliges Screening-Programm, das eine möglichst frühzeitige Aufdeckung wesentlicher Entwicklungsstörungen und Erkrankungen zum Ziel hat. Dadurch werden Therapiemöglichkeiten früher einsetzbar. Das Programm umfasst insgesamt 10 Untersuchungen. Die Untersuchungen müssen in dem gesetzlich vorgeschriebenen Zeitfenster erfolgen. Versäumte Untersuchungen können jenseits der Toleranzgrenze nicht nachgeholt werden. Daher können Kinder, die nach ihrer Geburt nach Deutschland zugewandert sind, oftmals keinen vollständigen Inanspruchnahmestatus aufweisen. Die Teilnahme an den Früherkennungsuntersuchungen ist in Hessen verbindlich. Die Inanspruchnahme und Ergebnisse dieser Früherkennungsuntersuchungen werden im Vorsorgeheft dokumentiert. Die Neugeborenen-Untersuchungen U1 (Erstuntersuchung) und U2 (Basisuntersuchung am 3. - 10. Lebenstag) werden in der Regel noch in der Geburtsklinik und damit bei nahezu allen Kindern durchgeführt. Die folgenden Untersuchungen werden beim niedergelassenen (Kinder-)Arzt angeboten. Über ihre Inanspruchnahme berichtet der vorliegende Indikator. Dabei wird eine Differenzierung nach den Untersuchungen im 1. Lebensjahr (U3: 4. - 6. Lebenswoche, U4: 3. - 4. Lebensmonat, U5: 6. - 7. Lebensmonat, U6: 10. - 12. Lebensmonat) sowie den in den folgenden Lebensjahren bis zum Schuleintritt angebotenen Untersuchungen (U7: 21. - 24. Lebensmonat, U7a: 33.-38. Lebensmonat, U8: 3 ½ - 4 Jahre, U9: 5 - 5 ½ Jahre) vorgenommen.

Im Rahmen der Einschulungsuntersuchungen werden die Eintragungen im Vorsorgeheft durch den öffentlichen Gesundheitsdienst erfasst. Der Indikator bezieht sich auf die Anzahl der Schulanfänger, die das Vorsorgeheft zur Einschulungsuntersuchung vorgelegt haben und in Deutschland geboren sind, da die Einbeziehung der Kinder mit Migrationshintergrund, die nicht in Deutschland geboren wurden, zu einer Verzerrung hin zu einer niedrigeren Inanspruchnahme führen würde. Die Bewertung erfolgt ausschließlich im Hinblick auf die Inanspruchnahme.

Der Indikator stellt die Inanspruchnahme der Untersuchungen U3 - U6, U7, U7a, U8 und U9 im Zeitvergleich dar.

Datenhalter

Kreisgesundheitsamt Fulda

Originalquelle

Zur Verfügung gestellte Daten der Schuleingangsuntersuchung des Schul- und Jugendärztlichen Dienstes

Tabelle Landkreis Fulda (2014/2015)

MigrationshintergrundUntersuchte
Schulanfänger
insgesamt
Inanspruchnahme der Früherkennungsuntersuchungenkeine
Dokumentation
vorhanden 1) (%)
Dokumentation
vorhanden 2)(%)
darunter:…wahrgenommen in%
U2U3U4U5U6U7U7aU8U6-U8 3)U94)
1≤2≤3≤4
deutsche
Herkunft
1296 1 282 (98,9%) 99,8 99,8 99,5 99,5 99,8 99,6 99,3 99,4 99,9 99,9 99,6 98,6 97,6 14 (1,1%)
Migrationshintergrund 521 465 (89,3%) 94,8 94,6 94,6 94,7 94,4 95,3 94,0 94,4 98,3 96,6 94,4 88,82 94,6 56 (10,8%)
unbekannt 9 7 (77,8%) 100 100 100 100 100 100 100 100 100 100 100 100 100 2 (22,2%)
insgesamt 1 826 1 754 (96,1%) 98,5 98,4 98,2 98,2 98,4 98,5 97,9 98,1 99,5 99,0 98,2 96,0 96,8 72 (3,9%)

Tabelle Landkreis Fulda (2013/2014)

MigrationshintergrundUntersuchte
Schulanfänger
insgesamt
Inanspruchnahme der Früherkennungsuntersuchungenkeine
Dokumentation
vorhanden 5) (%)
Dokumentation
vorhanden 6)(%)
darunter:…wahrgenommen in%
U2U3U4U5U6U7U7aU8U6-U8 7)U98)
1≤2≤3≤4
deutsche
Herkunft
1365 1 352 (99,1%) 99,6 99,6 98,9 99,2 99,3 99,3 97,8 99,0 100 99,9 99,4 96,23 97,9 13 (1,0%)
Migrationshintergrund 507 467 (92,1%) 95,5 94,7 95,1 92,9 94,2 95,3 92,7 95,7 98,1 96,6 95,1 88,22 91,9 40 (7,9%)
unbekannt 1 1 (100%) 100 100 100 100 100 0 0 0 100 0 0 0 100 0
insgesamt 1 873 1 820 (97,2%) 98,6 98,3 97,9 97,6 98,0 98,2 96,4 98,1 99,5 99,0 98,3 94,1 96,4 53 (2,8%)

Tabelle Landkreis Fulda (2012/2013)

MigrationshintergrundUntersuchte
Schulanfänger
insgesamt
Inanspruchnahme der Früherkennungsuntersuchungenkeine
Dokumentation
vorhanden 9) (%)
Dokumentation
vorhanden 10)(%)
darunter:…wahrgenommen in%
U2U3U4U5U6U7U7aU8U6-U8 11)U912)
1≤2≤3≤4
deutsche
Herkunft
1 350 1 328 (98,4%) 99,5 99,3 99,0 99,0 99,2 99,5 94,6 99,4 100 99,8 99,2 93,7 98,4 22 (7,7%)
Migrationshintergrund 468 438 (93,6%) 96,6 96,6 95,9 93,2 94,1 95,2 91,3 96,0 99,1 97,0 94,1 86,3 94,1 30 (6,4%)
unbekannt 13 12 (92,3%) 100 100 100 100 100 100 100 100 100 100 100 100 100 1 (1,6%)
insgesamt 1 831 1 778 (97,1%) 98,8 98,7 98,3 97,5 97,9 98,4 93,9 98,5 99,8 99,1 97,9 91,9 97,4 53 (2,9%)
1) , 5) , 9)
Vorsorgeheft nicht vorgelegt
2) , 6) , 10)
Vorsorgeheft vorgelegt
3) , 7) , 11)
Untersuchungsquote der U6-U8 Untersuchung aufgeteilt in 1,2,3 oder 4 Untersuchungen
4) , 8) , 12)
wahrgenommene U9 Untersuchung in % (Alter ≥5)
inanspruchnahme_von_leistungen_der_gesundheitsfoerderung_und_der_gesundheitsversorgung/inanspruchnahme_des_krankheitsfrueherkennungsprogramms_fuer_kinder_nach_migrationshintergrund_und_im_zeitvergleich.txt · Zuletzt geändert: 12.07.2016 08:38 von jfitzenberger
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